Was sind 3D Hologramme?

Wer sich im Jahr 2002 den zweiten Film der Star Wars Saga „Angriff der Klonkrieger“ im Kino angeschaut hatte, wird damals wohl kaum gedacht haben, dass knappe 20 Jahre später Teile des Films bereits Realität sein werden. Allerdings fliegt durch unsere Welt aktuell noch keine Millennium Falke und über die Zentralwelt der Galaktischen Republik ist auch noch nichts Genaueres bekannt, jedoch ist ein bedeutendes anderes Element des Films bereits Teil unserer Gegenwart und wird sowohl in naher als auch ferner Zukunft eine Rolle spielen: holografische Projektionen.

Es stellt sich nun die Frage, was ist ein Hologramm 3D und wie funktioniert ein Hologramm 3D?

Ein Hologramm 3D ist als eine dreidimensionale, holografische Projektion zu betrachten, die sich im Raum frei je nach ihrer Struktur bewegen kann. Das Besondere hierbei ist, womit sich diese Art der Präsentation ganz klar etwa von 3D Filmen oder Virtual Reality abgrenzen kann, dass für die Wahrnehmung und Betrachtung der Hologramme keine Hilfsmittel für die betrachtenden Personen erforderlich sind. So lässt sich sämtliche Holographie stets ohne 3D Brille oder Ähnliches betrachten.

Geschichte der Holographie

Bis allerdings das erste 3D Hologramm die Welt erkundet hatte, dauerte es eine gewisse Zeit, weshalb wir die Zeit einmal ein wenig zurückdrehen und auf den Anfang der Geschichte zur Entdeckung der Holographie blicken.

Die Kinderschritte in dem Bereich der holografischen Projektionen gelangen dem britisch-ungarischen Ingenieur Dennis Gábor im Jahr 1947. Seine Absicht war es dabei allerdings gar nicht, dass er Objekte dreidimensional im Raum darstellen wollte, sondern er versuchte schlicht, das Auflösungsvermögen von Mikroskopen zu verbessern. Dass er mit seiner Arbeit eines Tages mal einen großen Einfluss auf die Werbeindustrie haben würde, hätte er sich wohl selbst nicht ausmalen können.

Die Tätigkeit, die ihn weltberühmt machen sollte und ihm 1971 schließlich den Nobelpreis der Physik für die Entdeckung der Holografie einbrachte, war dabei folgende: Ihm gelang es, die mikroskopische Abbildung zu separieren, indem die vom Objekt ausgehende Lichtwelle und eine zweite Referenzwelle sich überlagern, welches zu dem ersten Hologramm aller Zeiten führte. Da er jedoch in den darauffolgenden vier Jahren keine wirklichen Fortschritte in einer überzeugenden Darstellung der Hologramme machen konnte, ließ er die Arbeit an den holografischen Projektionen fürs Erste ruhen.

Aufleben der Holographie

Die Geschichte der Holographie hätte hier also gut und gerne enden können, jedoch nahmen die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler Juris Upatnieks und Emmeth Leith die Forschung auf Gábors vorigen Ergebnissen wieder auf. Bedingt durch die Arbeit der zwei Forscher sowie der Erfindung des Lasers im Jahre 1960 erlebte die Holografie wieder einen Aufschwung.

Im März 1964 stellten die beiden US-Amerikaner in Washington DC bei einer Versammlung der Optischen Gesellschaft das erste Hologramm in einer hohen Qualität vor – von einer Modelleisenbahn. Die Teilnehmer*innen konnten damals gar nicht glauben, dass dieser Zug sich gar nicht dreidimensional im Raum befinden würde. Durch diese Veranstaltung war der erste Schritt Richtung größerem gesellschaftlichen Interesse an der Holographie getan, der Grundstein für die Verwendung im Alltag, wie wir sie heute kennen, war somit gelegt.

Wie wird Holografie dargestellt?

Holografie ist nicht gleich Holografie, hier gibt es bedeutende Unterschiede. Sie begegnet einem Jeden von uns permanent im Alltag, wenn wir mit Geldscheinen bezahlen, oder einen Blick auf unseren Personalausweis oder Reisepass werfen. Als Sicherheitsmerkmal, um diese fälschungssicher zu machen, werden diese mit sogenannten Prägehologrammen versehen. Diese Hologramme sind weltweit für den höchsten Marktanteil an holografischen Produkten zuständig, da sie nicht nur auf Geldscheinen, sondern auch als Aufkleber, Etiketten oder Sticker auf vielen Produkten einen Platz finden. Die Herstellung dieser Hologramme ist dabei bedeutend einfacher und weniger aufwendig, gegenüber einem Hologramm 3D.

Eben jene 3D Hologramme ziehen gleich noch mehr Aufmerksamkeit auf sich, weshalb diese holografischen Projektionen bei den betrachtenden Personen regelmäßig großes Staunen und Begeisterung auslösen. Diese Kunstwerke werden jedoch auch nicht alle auf die gleiche Art geschaffen, sondern unterscheiden sich in einigen Aspekten.

Beschreibung weiterer Hologramme

Ein Beispiel für diese Kreationen sind Displayhologramme, die, wie der Name es schon verraten lässt, mittels eines Displays präsentiert werden und dabei eine hohe räumliche Tiefe und Wirkung darbieten. Die Hologramme werden bei dieser Methode von der Rückseite von ausgeleuchtet.

Von der anderen Seite, also von vorne, werden hingegen die Reflektionshologramme ausgeleuchtet. Diese können wie ein großes Bild an Wänden platziert werden und überzeugen die Betrachter*innen so durch eine hohe räumliche Wirkung.

Die Königsdisziplin der Hologramme sind jedoch Hologramme 3D, welche am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diese können durch verschiedene Projektoren präsentiert werden, wie etwa mit einer Pyramide, oder mit dem Holocircle, welcher durch seine schnell bewegenden Rotorblätter, die mit LEDs besetzt sind, Hologramme unglaublich präzise darstellen kann. Dadurch, dass sich die Rotoren ganze 600 Mal die Minute um sich selbst drehen, ist diese Bewegung für das menschliche Auge nicht sichtbar, sodass dann holografische, freischwebende Bewegungen im Raum möglich werden.

Wie funktioniert klassische Werbung?

In Zeiten des Mittelalters und in der frühen Neuzeit gab es wenig überraschend noch keine holografischen Projektionen, so war für die Bewerbung noch der Marktschreier zuständig, bis dieser durch die Produkte der Erfindung von Johannes Gutenberg abgelöst wurde. Der moderne Buchdruck war durch die Druckerpresse und bewegliche Metallletter geschaffen, weshalb die Marktschreier immer mehr in der Versenkung verschwanden.

Händler konnten nun durch kleine Zettel selber ihre Kunden informieren, welche Produkte sie anzubieten hatten, sodass mündliches Anwerben der eigenen Artikel nicht mehr unbedingt von Nöten war.

Die verschiedenen Methoden des Anpreisens der eigenen Artikel entwickelten sich über Zeitungsannoncen, Anschläge auf Litfaßsäulen, Werbung im Radio, im Fernsehen und schließlich im Internet immer weiter. Hierbei gilt es für die Werbenden, sich von der breiten Masse abzuheben, um den bestehenden und potenziellen Kunden im vollen Werbedschungel noch etwas Besonderes zu bieten. So werden u.a. fürs Fernsehen immer aufwendigere Werbespots gedreht, welche sich mit der Werbung aus den Anfängen der Mattscheibe, als es um eine schlichte Präsentation der Artikel ging, kaum noch vergleichen lassen.

Wirft man jedoch einen Blick in Deutschlands Fußgängerzonen der heutigen Zeit, unterscheiden sich diese kaum zu den Einkaufsstraßen aus den 90ern. Die Schaufenster werden nach wie vor mit klassischen Puppen bestückt, denen die Kleidung der Saison angezogen wird, Eyecatcher bilden meist große „SALE“- Plakate, die sich untereinander in der Aufmachung meist nur mit den Prozentzahlen unterscheiden, 3D Hologramme finden sich noch so gut wie gar nicht wieder.

3D Hologramme – der neue Star der Werbeträger

In einer Welt, in der das Einkaufen im Internet immer mehr dominiert und der stationäre Handel immer mehr um Kunden kämpfen muss, ist die Ansprache an die Interessenten so wichtig wie noch nie geworden. Deutschland hat in diesem Bezug noch einen großen Nachholbedarf, wenn man einmal den Blick über den Tellerrand wirft und sich andere Staaten genauer anschaut. Der Times Square in New York City, der Picadilly Circus in London oder auch die Gebäude an der Shibuya Crossing in Tokio gelten seit Jahren als Vorreiter für moderne Werbung. Auf den LED-Wänden dieser Städte lässt sich Werbung so flexibel wie noch nie präsentieren, denn die dargestellten Inhalte lassen sich je nach Bedarf der Werbenden flexibel verändern.

Große, helle und bunte Lichter ziehen Menschen in ihren Bann, die farbenfrohen und wechselnden Sequenzen begeistern.

Die Kirsche auf der Torte sind jedoch in diesem Bereich 3D Hologramme, welche zwar auch als Werbeträger wie LED-Wände oder Schaufensterplakate dienen, jedoch einen entscheidenden Unterschied mit sich bringen: sie sprechen eine Dimension mehr an, als die anderen Träger dies leisten können. Eine Dimension, mit der Kunden und potenzielle Interessenten im Bereich Werbung so bisher noch nie in Verbindung gekommen sind.

Wie und wo lassen sich Hologramme einsetzen?

Durch Hologramme 3D lassen sich Produkte so innovativ wie noch nie darstellen. Auf dem Smartphone ist der neue Sportschuh nur so groß, wie der Bildschirm des Handys es zulässt, auf Plakaten lässt sich dieser zwar in einem großen Format darstellen, aber einen realitätsnahen, detaillierten Eindruck von dem Artikel für die betrachtende Person zu gewinnen, ist nicht möglich. Dank der 3D Hologramme lassen sich diese Produkte nun dreidimensional darstellen und sind schon aufgrund der zumeist unbekannten Darstellungsform ein ultimativer Eyecatcher.

Je nach Art des präsentierten Produktes werden auch die Emotionen der Zuschauer*innen erreicht. So lassen sich beispielsweise ganze Herstellungsprozesse wie beispielsweise für einen Sportwagen im Schaufenster eines Automobilladens so anschaulich zeigen.

Einsatzorte für holografische Projektionen

Die Orte, an denen 3D Hologramme zum Einsatz kommen, sind dabei genauso vielfältig, wie die dargestellten Inhalte selbst. So sind Hologramme jetzt schon in einigen Museen, auf Messen in Showrooms oder auch in den ersten Supermärkten ein gern gesehener Gast. Aber auch auf Veranstaltungen, wie etwa einem der bekanntesten Musikfestivals der Welt, dem „Coachella“ in Kalifornien sorgte der Einsatz eines Hologramms für Begeisterung. So konnte der Rapper Snoop Dogg 2012 mit dem bereits im letzten Jahrtausend verstorbenen Musiker 2pac zusammen auf der Bühne auftreten und interagieren, sodass den anwesenden Fans eine Darbietung geboten wurde, mit der sie wohl niemals gerechnet hatten.

Aber auch in den eigenen vier Wänden finden Hologramme 3D immer mehr Einklang. Elvis Presleys Musik hören, während der King im Wohnzimmer seine größten Hits performt? Check! Eine Zigarre rauchen, während Marlon Brando entspannt neben einem ebenfalls an seiner zieht? Gar kein Problem. Oder soll Diego Maradona in Realgröße einen Gegner nach dem Anderen im eigenen Haus aussteigen lassen? Auch das lässt sich einrichten!

Welche Effekte bringt der Einsatz von Holografie mit sich?

3D Hologramme springen aufgrund ihrer aufmerksamkeitserregenden Erscheinungsform nicht nur den Interessierten der dargestellten Inhalte direkt ins Auge. Sie begeistern schon deshalb, weil diese Art der Darstellung zumeist unbekannt ist und noch nicht viele Betrachter*innen damit in Berührung gekommen sind. Wenn es sich bei dem Hologramm um ein Video handelt, lassen sich so vor dem eigenen Schaufenster, Messestand oder am POS deutlich längere Verweilzeiten erreichen. Komplexe Inhalte können aber auch durch anschauliche Abbildungen einfacher präsentiert werden, außerdem wird durch eine holografische Projektion durch die auffallende Veranschaulichung ein besonderer Erinnerungswert geschaffen.

Wie wird das gewünschte 3D Hologramm entworfen, designt und umgesetzt?

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein, von dem Wunsch des eigenen Hologramms bis zur finalen Umsetzung ist beinahe alles möglich. Liegt bereits ein dreidimensionales Produkt wie eine Getränkeflasche vor, wird diese durch ein spezielles Verfahren eingescannt und am Computer in dem gewünschten Format bearbeitet. So könnte sich die Flasche beispielsweise um die eigene Achse drehen, die Farbe ändern, oder in einem gewissen zeitlichen Ablauf immer größer und kleiner werden, um so noch mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Aber auch zweidimensionale Objekte, wie beispielsweise ein Firmenlogo, lassen sich in Hologramme umwandeln.

Schlussendlich benötigt es für die finale Darstellung der Hologramme 3D eine Quelle, die die Hologramme darstellen kann, wie beispielsweise den Holocircle. Diese muss am gewünschten Einsatzort nur noch an eine Stromquelle angeschlossen werden, und schon lassen begeisterte Gesichter nicht mehr lange auf sich warten.

Wie könnte die Holografie der Zukunft aussehen?

In vielen futuristischen Filmen finden Gespräche oder auch Zusammenkünfte mehrerer Personen ohne deren reale Anwesenheit statt, sondern einfach nur mit der Präsenz ihrer persönlichen Hologramme. Dies ist noch ein wenig Zukunftsmusik, könnte aber eines Tages auch der Realität entsprechen. Hierfür würden dann mindestens drei Kameras benötigt, welche eine Person aufnehmen würden. Damit diese dann für anderen Beteiligten sichtbar wird, bräuchte es am zweiten Ort ein Gerät zum Projizieren, wie beispielsweise den Holocircle.

Holografische Projektionen wie diese würden dabei aber nicht nur aus Spaß stattfinden, sondern bringen viele sinnvolle Aspekte mit sich. In einer immer mehr globalisierten Welt, in der die internationalen Verbindungen in den Bereichen Wirtschaft, Politik und vielen weiteren sehr stark zunehmen, lassen sich nicht täglich Treffen von Angesicht zu Angesicht mit verschiedenen Partnern vereinbaren. Da jedoch bei Telefongesprächen als auch bei Videocalls die entsprechende Mimik und Gestik nicht so gut herübergebracht werden kann, wie wenn die Teilnehmer einer Unterhaltung den Gesprächspartner in entsprechender Form vor sich haben, könnten also insbesondere in den genannten Sektoren holografische Projektionen einen täglichen Nutzen finden. Die Frage „Was ist ein Hologramm“ werden sich also in einigen Jahren immer wenige Menschen stellen, da diese dann bereits in unser Leben integriert sein könnten.

Eine spielerische Komponente könnte allerdings langfristig betrachtet die heimischen Wohnzimmer oder auch die Schaufenster in den Innenstädten bereichern. Wie bereits bei Fernsehern, Smartphones oder auch Spielekonsolen üblich, können diese via Gesten gesteuert werden. Über eine Kinect-Steuerung oder auch über Infrarotwellen können einzelne Bewegung unglaublich präzise erkannt werden, weshalb Hologramme sich dann auch mit den eigenen Händen steuern lassen würden. Die Holographie wird sich immer mehr weiter entwickeln und peu à peu so immer mehr einen Teil in unserem Leben spielen.

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